Vorversuche „Ringraumdichtung“ des FHRK

 

iro-Info 49

Vorversuche für den Arbeitskreis „Ringraumdichtung“ des FHRK

(MHe) Der Arbeitskreis „Ringraumdichtungen“ des Fachverbands Hauseinführungen für Rohre und Kabel e.V. (FHRK) ist mit der Zielsetzung gegründet worden Prüfgrundlagen für Ringraumdichtungen für Hauseinführungen zu erstellen, denn eine normative Weisung in dieser Hinsicht existiert derzeit nicht. Hersteller dieser Systeme prüfen derzeit zumeist mit Inhouse-Prüfungen ihre Produkte oder lassen eine externe Prüfung durchführen, die jedoch in Aufbau und Parametern untereinander differieren können. Ziel dieser zu erstellenden Prüfgrundlage ist laut FHRK die Vereinheitlichung und Qualitätsangleichung der Prüfungen von Ringraumdichtungen.

Mit fortschreitender Tätigkeit des Arbeitskreises in der Zusammenstellung und Entwicklung der einzelnen Prüfungen sind jedoch grundlegende Fragestellungen dahingehend aufgetreten, in welchem Grad Hausanschlussleitungen oder auch Futterrohre durch den Einbau und im weiteren Betrieb durch Erdlasten, Verdichtungsarbeiten oder auch Betonierarbeiten belastet werden. Literatur und Forschungsberichte zeigen zwar dahingehend vergleichsweise heranziehbare Daten auf, diese beziehen sich jedoch stets auf öffentliche Leitungen zumeist größerer Nennweiten. Konkret für die Hausanschlusssituation existieren derartige Angaben nicht.

Mit dieser Fragestellung ist der Arbeitskreis in der Folge an die iro-GmbH Oldenburg herangetreten und hat diese mit der Durchführung von Vorversuchen beauftragt. Die Vorversuche sollen Grundlagendaten ermitteln und dem Arbeitskreis „Ringraumdichtung“ zur Verfügung gestellt werden, sodass Laborprüfungen für die Prüfgrundlage entwickelt werden können. Insgesamt sind vier Versuchsreihen geplant:

1. Ermittlung realitätsnaher Belastungen auf Hausanschlussleitungen (Feldversuch)

2. Ermittlung realitätsnaher Belastungen auf Hausanschlussleitungen (Laborversuch)

3. Ermittlung realitätsnaher Belastungen auf Futterrohre infolge eines Betoniervorgangs
(Laborversuch)

4. Ermittlung von realitätsnahen Belastungen für eine Schlagprüfung an beschichteten Futter-
rohren mit und ohne Mauerkragen (Laborversuch)

Die Arbeiten hierzu haben seitens des iro bereits begonnen. So ist der Versuchsaufbau 4 hinsichtlich der Ermittlung der Schlagkräfte erstellt und bereits einige Versuche durchgeführt worden (Bild 1 und Bild 2). In diesem Versuchsaufbau wird der Nasseinbau eines Futterrohres bei z.B. einer Kellerwand simuliert, mit dem Ziel die auf das Futterrohr durch den Betoniervorgang resultierenden Schlagkräfte zu erfassen. Hierzu sind unterhalb des Futterrohrprüfmusters Druckkraftsensoren positioniert. Als Belastungsansatz ist eine Fallhöhe des Betons von zwei Metern festgelegt worden. Dies soll den ungünstigsten Fall simulieren.

Auch wird dieser Versuchsstand genutzt werden, um mit einer Trockenmischung aus Kies, Split und Sand eine Versuchsreihe hinsichtlich einer möglichen Beschädigung durch Abrieb zu untersuchen. Hierbei wird ebenfalls eine Fallhöhe von zwei Metern angesetzt, jedoch sind hier nicht die Schlagkräfte maßgeblich, sondern die durch die Schüttung entstehenden Abriebe. Diese Versuche werden in Kürze ausgeführt.

Bild 1: Versuchsaufbau Schlagkraftmessung

Bild 2: Mit Betonschüttung belastetes Prüfmuster
Der Versuchsaufbau 3 ist ebenfalls bereits umgesetzt. So wurden am 29.03.16 drei vorbereiteten Schalungen des Versuchsaufbaus mit Beton beaufschlagt. Ähnlich wie beim Versuchsaufbau 4 waren hier Druckkraftsensoren unterhalb der der Futterrohrprüfmuster positioniert, die die auf das Futterrohr einwirkenden Kräfte während des Befüllens, beim Verdichten mit einem Flaschenrüttler sowie die sich im Nachgang einstellende statische Last. Um letztere geht es primär bei diesem Versuchsaufbau, d.h. die statische Last von einem 1,0 x 1,0 x 0,3 Meter starken Wandabschnitt sollte ermittelt werden. Dies ist erfolgt und die Ergebnisse werden dem Arbeitskreis „Ringraumdichtung“ zur Verfügung gestellt. Die nachfolgenden Abbildungen zeigt Impressionen der Versuchsdurchführungen auf dem Forschungsgelände der iro GmbH Oldenburg.

Bild 3: Betonierversuche (Versuchsaufbau 3) in der Forschungshalle der iro GmbH Oldenburg
Die weiteren oben genannten Versuchsaufbauten werden in den nächsten Wochen ausgeführt. Gerne werden wir in der nächsten iro-Info weiter über dieses Thema berichten.