Versorgungsunternehmen

 

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Versorgungsunternehmen setzen auf Mehrsparten-Hauseinführungen

von Micheal Häuer und Michael Lintgen

Schwerin 27.01.2012 – Gebäude benötigen einen Anschluss an die öffentlichen Ver- und Entsorgungsnetze für Strom, Telekommunikation , Erdgas, Wasser und Kanal, evtl. auch spezielle Anschlüsse für Regenwassernutzung, Erdwärme und Sensoren. Die „Löcher“ für die Durchführung der Versorgungsleitungen durch die Bodenplatte oder die Gebäudeaußenwand müssen langfristig wasserdicht sein. Leider ist das in der Praxis nicht immer gegeben. Der Einbau erfolgt häufig noch für die einzelnen Leitungen zeitlich voneinander getrennt, oft technisch unzulänglich und unkoordiniert. Dadurch kann es dazu kommen, dass Feuchtigkeit in das Gebäude dringt. Die Folge sind aufwändige und teuere Nachinstallationen.

„Eine technisch saubere Lösung ist die Bündelung der Versorgungsleitungen in einer gemeinsamen Mehrsparten-Hauseinführung (MSH)“, erläutert Michael Lintgen von der Deutsche Telekom Netzproduktion GmbH. Mehrsparten-Hauseinführungen sind heute Stand der Technik. Sie sind langfristig dicht und benötigen für die Hausversorgung mit Strom, Wasser, Telekommunikation, Fernwärme oder Gas nur noch eine statt vier Bohrungen in der Außenwand oder der Bodenplatte. MSH sind nach DVGW-, ÖWG- und SVGW zugelassen, auf Gas- und Druckwasserdichtigkeit geprüft und erfüllen die DIN 18322 „Kanalleitungsbau“. In Verbindung mit in einem Mehrspartengraben verlegten Leerrohren haben sie sowohl für Bauherren, Planer als auch für Versorgungsunternehmen erhebliche Vorteile:
Vorteile für den Bauherrn:

Zuverlässig dichter Anschluss an die Gebäudeabdichtung ohne Fehlstellen.

geprüfte Qualität der Wanddurchführung

Keine Leckstellen beim Blower-Door-Test.

Übersichtliche Anordnung der Hausanschlussgarnituren im Haus

Raumgewinn und saubere Lösung im Hausanschlussraum

Kostenersparnis durch vereinfachten Bauablauf. Effiziente Tiefbauarbeiten. Leitungsgräben können sofort nach dem Verlegen der Leerrohre geschlossen werden.

Durch Verlegung in Leerrohren vereinfachter Austausch und Wechsel der Kabel und Rohre ohne Tiefbau auf dem Kundengrundstück.

optimierter Kundenservice

Vorteile für den Planer:

Planung einfacher und effizienter

Geringerer Koordinationsaufwand

kürzerer Bauablauf

Vorteile für das Versorgungsunternehmen:

Kostenersparnisse durch gemeinsame Baustelleneinrichtung,
gemeinsamer Graben mit abgestimmten Leitungsführungen.

Zeitersparnis und weniger Ärger bei der Koordination der Bauabwicklung.

Weniger Reklamationen durch standardisierte Bauteile und geprüfte Qualität.

Vereinfachte Bewertung der Folgen einer Missachtung der
Vorgaben mit allen Konsequenzen

Vereinfachte Ausbildung des Baupersonals und firmeneigener Planer

Gutes Gefühl, innovativ und zukunftsweisend zu sein.

Damit diese Vorteile zum Tragen kommen, sind ein Koordinator und die Bereitschaft aller beteiligten Versorgungsunternehmen zur Zusammenarbeit erforderlich. Inzwischen gibt es etliche Versorgungsunternehmen, die einschlägige Erfahrungen mit Mehrspartenhauseinführungen gesammelt haben. Diese Erfahrungen nutzt auch der FHRK e.V. . Zusammen mit den Versorgungsunternehmen wird er Wettbewerb übergreifende Branchenlösungen, z.B. definierte Qualitätsstandards und Richtlinien, erarbeiten. Fachbetriebe sollen diese als anerkannte Regeln der Technik für die fachgerechte Ausführung nutzen können. Definierte Qualitätsstandards und Richtlinien bilden auch eine sichere Basis für rechtliche Auseinandersetzungen und garantieren eine gleich bleibende, qualitativ hochwertige Materialqualität.

„Wir begrüßen als Netzbetreiber für Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation diese Entwicklung und erwarten von den Planern in Zukunft entsprechend qualifizierte Ausschreibungen“, betont Michael Häuer von der LEW Verteilnetz GmbH. Bei einer definierten Qualität können Fachbetriebe die Hauseinführungen in einem fairen Wettbewerb beschaffen und eingebauen, ohne die Qualität der Leistung aus den Augen zu verlieren. Für die Schulung ihrer Mitarbeiter gewinnen die ausführenden Unternehmen eine verbindliche Grundlage.

Technische Details

Eine Voraussetzung für den dauerhaft dichten Anschluss der Mehrsparten-Hauseinführung an das Gebäude ist eine maßgetreue Durchdringung. Dazu wird bereits während der Rohbauarbeiten ein Futterrohr in die Bodenplatte oder Kellerwand eingesetzt. Bei Massiv- oder Stahlbetonwänden ist alternativ auch eine maßgetreue Kernbohrung möglich.

Die Durchdringung nimmt die Durchführungseinheit für die verschiedenen Versorgungsleitungen auf. Sie dichtet einerseits das Rohrsystem zu der Bodenplatte
oder Außenwand ab. Ihre auf die separaten Strom-, Kommunikations-, Gas- und Wasserleitungen abgestimmten Dichtungselemente verhindern den Durchtritt von Feuchtigkeit innerhalb der Durchführungseinheit.

Außerhalb des Gebäudes werden passende Leerrohre in einem Graben bis zum Übergabepunkt der Netzbetreiber, mindestens aber bis zur Grundstücksgrenze, verlegt. Nachdem die Leitungen am Ende gas- und wasserdicht verschlossen wurden, kann der Mehrspartengraben verfüllt werden. Das hat den Vorteil, dass der Bauablauf anschließend nicht mehr durch Arbeiten auf dem Kundengrundstück gestört wird.

Die Autoren:

Michael Häuer, LEW Verteilnetz GmbH


Michael Lintgen, Deutsche Telekom Netzproduktion GmbH

Hauseinführung Wanddurchbruch

Pressekontakt:

Fachverband Hauseinführungen für Rohre und Kabel e.V.
Dr. Reiner Pohl
19055 Schwerin
Tel. 0385/2088 8959 Mail: info@fhrk.de URL: www.fhrk.de

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